Nachoperationen

Wenn fehlende oder geschädigte Bestandteile der Nase ersetzt werden müssen spricht man von rekonstruktiven Korrekturen.

Ursachen können sein Unfälle mit Verletzung der Nase, Infektionen mit Zerstörung von Knorpel oder Knochen oder bösartige Tumoren des Naseninneren oder der Nasenhaut. Es gibt aber auch angeborene Fehlbildungen wie bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die auch eine Fehlbildung der Nase als sogenannte "Spaltnase" mit sich bringen.

Selten können auch nasenchirurgische Eingriffe zu Schädigungen von Knorpeln oder Knochen führen, die rekonstruiert werden müssen.

Häufig müssen Knorpel ersetzt oder verstärkt werden. Knorpel kann entnommen werden aus der Nasenscheidewand, wenn noch genug vorhanden ist, sonst aus der Ohrmuschel, wobei die Entnahme kosmetisch ziemlich unauffällig aus dem Boden und Teilen der Rückwand der Ohrmuschel möglich ist, oder aus dem Rippenbogen. Letzteres wird selten gemacht, wenn sonst kein geeigneter Knorpel zur Verfügung steht oder wenn eine besonders fester Knorpel zur Stütze z.B. bei posttraumatischer Sattelnase erforderlich ist.

Knochen kann ersetzt werden entweder durch Knorpel oder er wird vom Warzenfortsatz hinter dem Ohr oder dem Darmbeinkamm entnommen.

Bindegewebsplatten können zur Unterfütterung eingesetzt werden und auch hinter bzw. ober der Ohrmuschel von der Fascie des Kaumuskels (Temporalisfascie) entnommen werden.

Hautdefekte können oft durch örtliche Hautverschiebelappen oder durch Vollhauttransplantate aus der Ohrmuschel gedeckt werden. Für größere Defekte kann es erforderlich werden, gefäßgestielte Lappen aus der Nasolabialfalte oder von der Stirne zu verwenden. Sie sind gut durchblutet und brauchen aber einen zweiten Eingriff zur Durchtrennung des Gefäßstieles.

In ausgewählten Fällen kann auch auf spezielles Kunststoffmaterial als Implantat zurückgegriffen werden. Das hat den Vorteil, sich die Entnahme zu ersparen, aber den Nachteil, dass es in einem kleinen Prozentsatz zu Extrusionen oder Infektionen kommen kann. Dann muss es wieder entfernt werden und durch körpereigenes Material ersetzt werden.

Ich habe gute Erfahrungen mit Medpor® (Porex®), einem grobporigen Polyestermaterial, in das das Bindegewebe einwächst, in speziellen ausgewählten Fällen.

Nasenaufbau nach Komplikationen einer auswärtigen Nasenkorrektur

Nach einer auswärtigen Nasenkorrektur war das mittlere Nasendrittel zusammengefallen und die Nasenspitze durch Erweichung des sehr dünnen linken Nasenflügelknorpels nach links abgewichen und abgesunken. Die Patientin litt nicht nur an der ästhetischen Beeinträchtigung sondern an der schlechten Nasenatmung.

Über einen offen rhinoplastischen Zugang wurde der narbige Weichteilmantel von den geschädigten Knorpeln abgelöst. 

Die eingesunkenen Dreiecksknorpel wurden vom Rücken der Nasenscheidewand abgelöst und ein Knorpelstreifen beidseits dazwischen genäht (Spreader graft). Dadurch wurde die innere Nasenklappe erweitert. Der linke Nasenflügelknorpel wurde durch einen weiteren Knorpelstreifen, gewonnen aus der Rückseite der Ohrmuschel, verstärkt und einschließlich der Nasenspitze richtig geformt (Bild unter "Operationstechnik"). Die Nasenspitze wurde etwas angehoben und der Nasensteg verstärkt.

Harmonisierung einer Spaltnase nach 3 Voroperationen

Bei einer Spaltnase infolge einer angeborenen Lippen-Kiefer-Gaumen Spalte kann die Nase nur in mehreren Schritten beginnend mit dem Verschluss der Spalten im Baby bzw. Kleinkindesalter aufgebaut werden.

Bei dieser 29-jährigen Patientin bestand immer noch eine starke Asymmetrie der Nase besonders im Bereich des linken Nasenloches und der Nasenspitze sowie eine Verschiebung der Nasenscheidewand, die zu einer starken Beeinträchtigung der Nasenatmung führte. 

In einer offenen Operationstechnik wurde die Nase symmetrischer, die Nasenscheidewand in die Mitte verlagert, die Nasenspitze aufgebaut und verschmälert, der Nasenrücken im knorpeligen Anteil erniedrigt und im Bereich der Nasenwurzel mit ihrem Ohrmuschelknorpel erhöht. Dadurch verbesserte sich sowohl das Profil sowie die Ansicht von vorne und seitlich und die Nasenatmung wurde entscheidend verbessert.

Sekundärkorrektur nach auswärtiger Rhinoplastik

Nach einer Rhinoplastik vor 11 Jahren war es zum Abweichen der Nasenspitze nach rechts und einer Asymmetrie der zu weit wegstehenden Spitze gekommen. Die Nasenatmung war durch einen Kollaps der Nasenflügel im Bereich der inneren Nasenklappe besonders beim Einatmen beeinträchtigt.

Die Patientin wollte besser atmen können und gleichzeitig die vorstehende Nasenspitze erniedrigt und abgerundet "weicher" und symmetrisch haben.

Die Wünsche wurden in einer offenen Rhinoplastik mit Aufbau von überresezierten Nasenflügel- und Spitzenknorpel beidseits mittels ausgedünnten Knorpelstreifen aus der Nasenscheidewand und Erniedrigung des knorpeligen Nasenrückens mit Herstellung eines weichen, runden Rückens verwirklicht.

Die Operation wurde in örtlicher Betäubung der Nase und Dämmerschlaf im PKLP-Ästhetik Center Dr. Lisborg & Partner in Klagenfurt durchgeführt.

Aufbau des Nasenrückens bei knorpeliger Sattelnase nach kindlichem Nasentrauma

Aufbau des knorpeligen Nasensattels durch Teile aus der Nasenscheidewand. Unterstützung des Nasenstegs durch ein Medpor® Implantat.

Weiteres Beispiel: Rekonstruktive Nasenkorrektur

10 Jahre nach auswärtiger Rhinoplastik litt die Patientin unter schlechter Nasenatmung durch beidseitigen Nasenflügelkollaps.  Weiters störte sie die Papageienschnabel-artige Profillinie mit knopeligem Resthöcker und abgesunkener Nasenspitze, sowie die breiten Nasenflügeln.

Über einen offenen Zugang wurde der knorpelige Höcker abgetragen, die Nasenflügel durch Knorpelstreifen aus ihrer eigenen Nasenscheidewand gegen der Kollaps verstärkt, die Spitze gehoben und verfeinert sowie die Basis der Nasenflügel beidseits durch Keilexcision verschmälert.

Beispiel 2:

Behinderte Nasenatmung durch inspiratorischen Nasenflügelkollaps bds. nach auswärtiger funktioneller Septorhinoplastik mit Abtragung eines knöchernen Höckers 1 Jahr zuvor. 

Offene Revisions-Rhinoplastik mit Implantation von Knorpelstreifen aus beiden Ohrmuscheln (Cymba conchae) zur Stabilisierung beider Nasenflügel (Lateral crural extension graft) und Stütze der Nasenspitze durch strut graft im Nasensteg. Zusätzlich Begradigung des Nasenrückens, Verschmälerung der Nasenspitze. 

Posttraumatische Sattel- und Schiefnase

Sattelnase und Schiefnase nach Operation der Nasenscheidewand vor 15 Jahren bei Schiefnase. Funktionelle Rekonstruktion der Nase durch Knorpeltransplantate aus der Ohrmuschel in den Nasensteg und den Nasenrücken sowie Osteotomien (Knochenschnitte) zur Behebung der Schiefnase und der Septumdeviation zur Verbesserung der Nasenatmung in endonasaler Technik und Keilexcision der Nasenflügelbasis bds. zur Verschmälerung der Nasenlöcher.

Knorpelige Sattelnase infolge Knorpelnekrose durch Abszess der Nasenscheidewand

Knorpelige Sattelnase infolge Knorpelnekrose durch Abszess der Nasenscheidewand

Beide Nasenlöcher sind durch ein Abszess der Nasenscheidewand verstopft, das infolge einer Infektion eines Blutergusses nach Bruch der Nasenscheidewand entstanden ist. Trotz antibiotischer Behandlung, Drainage des Abszesses und frühzeitiger Implantation eines Ohrmuschelknorpels kam es durch die Narbenzüge zu einer knorpeligen Sattelbildung der Nase und gestörter Nasenatmung.

Knorpelige Sattelnase infolge Knorpelnekrose durch Abszess der Nasenscheidewand

Ca. 1 Jahr nach der Infektion, im Jahr 2002, wurde daher eine Nasenkorrektur mit neuerlicher Transplantation von Ohrmuschelknorpel - diesmal von der andern Ohrseite - über einen endonasalen Weg durchgeführt, die nun ein mittlerweile jahrelanges stabiles Ergebnis mit guter Nasenatmung brachte.

Trotz der Entnahme eines großen Knorpelstückes des Ohrmuschelbodens und Teilen der Hinterwand ist kaum eine kosmetische Beeinträchtigung der Ohrmuschel sichtbar. Nur beim Vorklappen sieht man die äußere Kante der Knorpelentnahme, was aber in normaler Stellung der Ohrmuschel nicht sichtbar ist und auch beim Brillen tragen nicht stört. 

Der Patient hat auch sonst keine dauernden Probleme, eine Gefühlsstörung für einige Monate nach der Operation hat sich gegeben.

Beide unten stehenden Bilder sind 7 Monate postoperativ aufgenommen.

Baden – Medicent

Grundauerweg 15, 2500 Baden
02252 / 90100

Wiener Neustadt

Grünbeckgasse 15, 2700 Wiener Neustadt
02622 / 26796
Zu unserem Kontaktformular